Engelsherz - Traumdeutung

 

Wenn Träume uns etwas mit in den Alltag geben

 

Träume können geheimnisvoll, berührend, manchmal verwirrend und manchmal erstaunlich klar sein. Manche verschwinden wenige Minuten nach dem Aufwachen wieder aus unserer Erinnerung. Andere begleiten uns noch Stunden oder Tage, weil bestimmte Bilder, Menschen oder Situationen etwas in uns berühren.

Für mich sind Träume keine festen Vorhersagen darüber, was geschehen wird. Ich betrachte sie vielmehr als eine mögliche Verbindung zu unserem Inneren. Erlebnisse, Gefühle, Erinnerungen und Themen, die uns beschäftigen, können darin eine ganz eigene Bildsprache bekommen. Spirituell betrachtet dürfen wir uns zusätzlich fragen, ob ein Traum einen Impuls enthält, der uns auf unserem Weg begleiten möchte.

Auf dieser Seite möchte ich besondere Träume mit euch teilen und sie auf meine persönliche, spirituelle und zugleich bodenständige Weise betrachten. Dabei geht es nicht darum, jedem Traumsymbol eine starre Bedeutung zuzuordnen. Eine Tür muss nicht für jeden Menschen dasselbe bedeuten und eine Treppe kann in unterschiedlichen Lebenssituationen vollkommen verschiedene Botschaften tragen, sowie viele andere Zeichen in unseren Träumen auch.

Viel spannender hingegen ist die Frage:

 

Was berührt dieser Traum gerade in meinem eigenen Leben?

 

Dann und wann zeigt sich die Antwort nicht unmittelbar nach dem Aufwachen, sondern es geschieht etwas im Laufe eines Tages, das plötzlich eine Verbindung entstehen lässt. 

 

Möchtest du deinen Traum mit mir teilen?

 

Manche Träume lassen uns auch nach dem Aufwachen nicht los. Vielleicht erinnerst du dich besonders deutlich an einen Menschen, einen Ort, ein Tier, eine Zahl oder eine bestimmte Situation. Und manchmal geschieht noch am selben Tag etwas, das dich plötzlich wieder an deinen Traum denken lässt.

Wenn du möchtest, kannst du mir über mein Kontaktformular deinen Traum erzählen. Schreibe mir dabei gerne auch, was du nach dem Aufwachen oder im Laufe des Tages erlebt hast. Gab es besondere Begegnungen, Gedanken, Zeichen oder Situationen, bei denen du das Gefühl hattest, dass sie mit deinem Traum in Verbindung stehen könnten?

Ich betrachte deinen Traum gemeinsam mit diesen Erlebnissen und verbinde die einzelnen Bilder zu einer persönlichen spirituellen Traumdeutung. Dabei geht es nicht um eine Vorhersage der Zukunft und auch nicht darum, jedem Traumsymbol eine feste Bedeutung zu geben. Vielmehr möchte ich gemeinsam mit dir entdecken, welche Botschaft oder welcher Impuls sich darin für dein eigenes Leben zeigen könnte.

Dein Traum ist so individuell wie du und genau so darf auch seine Deutung sein. Wünschst du dir eine persönliche Traumdeutung von mir, findest du den aktuellen Preis in meinem Webshop. Passt es für dich, kannst du mir deinen Traum und deine Erlebnisse ganz in Ruhe über das Kontaktformular  erzählen. Alles Weitere können wir anschließend per E-Mail besprechen und natürlich ist dort auch Raum für deine Fragen.


Auch meine eigenen Träume begleiten mich immer wieder. Manche von ihnen berühren mich besonders, weil sich ihre Bilder später auf erstaunliche Weise in meinem Alltag widerspiegeln. In gewissen Abständen möchte ich hier solche persönlichen Träume mit euch teilen und zeigen, welche Bedeutung ich darin für mich entdecken durfte.

Den Anfang macht ein Traum, den ich „Die verschlossene Tür“ genannt habe.


Die verschlossene Tür

 

An jenem Morgen erinnerte ich mich sehr deutlich an meinen Traum.

Meine Tochter und ich waren gemeinsam in der Stadt und liefen in ein Parkhaus, wo wir auf einem der obersten Ebenen standen. Dort wollte sie den Fahrstuhl nehmen. Ich sagte zu ihr, dass ich lieber die Treppe laufen würde, also trennten sich unsere Wege für einen kurzen Moment.

Ich ging die Treppen hinunter und plötzlich öffnete sich eine Tür vor mir und ich ging hindurch. Dahinter führte eine weitere Treppe noch tiefer nach unten und schließlich gelangte ich in einen Kellerbereich. Dort stand ich erneut vor einer Tür, doch diesmal öffnete sie sich nicht. Meine Tochter kam inzwischen mit dem Fahrstuhl ebenfalls unten an und fand zu mir. Gemeinsam gingen wir anschließend die Treppen wieder nach oben. Dann wachte ich auf.

 

Hinab zu den eigenen Wurzeln

 

Schon beim Nachdenken über diesen Traum empfand ich die Treppe als ein starkes Symbol. Ich hatte mich bewusst dafür entschieden, jeden einzelnen Schritt selbst zu gehen. Gleichzeitig führte mein Weg nicht nach oben, sondern immer weiter hinunter. Spirituell kann ein solches Hinabsteigen für mich bedeuten, tiefer zu schauen. In Erinnerungen, in die eigene Vergangenheit, in verborgene innere Bereiche, oder sogar zu den eigenen Wurzeln. Eine erste Tür öffnete sich einfach und ich durfte weitergehen. Doch irgendwann kam eine zweite Tür und diese blieb geschlossen.

Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste: Genau dieses Bild sollte sich für mich noch am selben Tag auf erstaunliche Weise widerspiegeln.

 

Als sich der Traum im Alltag spiegelte

 

Meine Tochter und ich beschäftigten uns an diesem Tag gemeinsam mit unserer Ahnenforschung. Wir suchten weiter nach unseren familiären Wurzeln und tatsächlich gelang es uns, wieder ein kleines Stück mehr herauszufinden. Es war, als hätte sich auch hier zunächst eine weitere Tür geöffnet.

Doch irgendwann kamen wir an einen Punkt, an dem wir keine neuen Informationen mehr finden konnten. Wir suchten trotzdem noch ein wenig, aber es ging nicht weiter. Also beschlossen wir aufzuhören.

Erst im Nachhinein wurde mir bewusst, wie sehr mich dieser Moment an meinen Traum erinnerte.

Auch dort war ich gemeinsam mit meiner Tochter unterwegs gewesen, auch dort durfte ich zunächst weitergehen und auch dort kam irgendwann eine Tür, die sich nicht mehr öffnen ließ.

Vielleicht bedeutet eine geschlossene Tür nicht immer, dass der Weg grundsätzlich zu Ende ist, sondern einfach nur bis hierher für heute.

 

Und danach entstand Licht

 

Nachdem wir die Ahnenforschung beendet hatten, machten meine Tochter und ich etwas vollkommen anderes. Wir gossen gemeinsam Kerzen.

Gerade im Zusammenhang mit diesem Traum empfand ich auch das später als ein wunderschönes Bild. Wir hatten uns zuvor mit Menschen beschäftigt, die vor uns gelebt haben, hatten in unserer Familiengeschichte gesucht und waren dabei sinnbildlich ein Stück zurück in unsere Vergangenheit gegangen. Anschließend stellten wir gemeinsam etwas her, das Licht schenkt.

Für mich kann eine Kerze für Erinnerung stehen, für Verbundenheit und für das Licht, das wir aus unserer eigenen Geschichte mit in die Gegenwart nehmen.

 

Als auch die Waschmaschine stehen blieb

 

Später am selben Tag geschah noch etwas ganz Alltägliches, meine Waschmaschine ging kaputt. Natürlich weiß ich, dass eine Waschmaschine ein technisches Gerät ist und irgendwann einen Defekt haben kann. Ich habe den verschmorten Geruch bemerkt, sofort den Stecker gezogen und die Situation ganz praktisch betrachtet. Trotzdem durfte ich mich auf meiner spirituellen Ebene fragen, warum mich gerade der Ablauf so sehr an meinen Traum erinnerte.

Eine Waschladung war zuvor vollkommen normal durchgelaufen. Bei der nächsten Wäsche wollte ich anschließend noch einmal nachschleudern lassen, doch plötzlich ging es nicht mehr richtig weiter. Die Maschine schleuderte nur sehr langsam, die angezeigten Minuten schienen stehen zu bleiben und schließlich brummte sie nur noch. Dann kam der verschmorte Geruch und ich beendete alles.

 

Wieder dieses Bild

 

Etwas funktioniert eine Zeit lang, dann kommt ein Punkt, an dem es nicht weitergeht.

Gerade das Nachschleudern bekam für mich dadurch eine besondere Symbolik. Muss wirklich alles immer noch einmal gedreht, durchsucht und bearbeitet werden? Oder darf irgendwann der Moment kommen, an dem wir sagen: Für jetzt ist es genug!?

 

Was ich aus diesem Traum mitnehme

 

Ich sehe in all diesen Ereignissen keinen Beweis dafür, dass mein Traum den Tag vorhergesagt hat oder dass meine Waschmaschine aus einem spirituellen Grund kaputtgegangen ist. Allerdings glaube ich daran, dass wir aufmerksam durch unser Leben gehen dürfen.

Denn manchmal begegnen uns Bilder, Situationen und Gefühle, die auf eine erstaunliche Weise miteinander in Resonanz treten. Ein Zeitpunkt, wo wir uns dann selbst entscheiden können, ob darin eine persönliche Botschaft liegt.

 

Meine Botschaft lautet:

 

Ich darf meinen Wurzeln folgen, solange sich Türen öffnen. Wo eine Tür geschlossen bleibt, muss ich sie nicht mit aller Kraft öffnen. Ich darf das Gefundene mitnehmen, ins Heute zurückkehren und daraus mein eigenes Licht entstehen lassen.

Vielleicht öffnet sich die verschlossene Tür irgendwann, vielleicht finde ich einen anderen Zugang und vielleicht musste sie an diesem Tag einfach geschlossen bleiben.

Denn auch eine geschlossene Tür kann uns zeigen, wann es Zeit ist, nicht noch tiefer zu suchen, sondern wieder nach oben ins eigene Leben zurückzukehren.

 


Nicht jede offene Tür muss ich sofort betreten

 

Eine Nacht schenkt uns manchmal mehr als einen Traum. Zunächst wirken die einzelnen Bilder vielleicht vollkommen unabhängig voneinander. Erst später, wenn wir uns an sie erinnern und sie miteinander verbinden, entsteht daraus eine Botschaft, die uns etwas für unseren eigenen Weg mitgeben kann.

In dieser Nacht träumte ich zuerst von meiner Arbeit. Ich wollte wie gewohnt hineingehen, schloss die Tür auf und bemerkte dabei nicht, dass ich viel zu früh dran war. Kaum war ich im Gebäude, ging die Alarmanlage los. Ich wurde hektisch, wollte schnell wieder hinaus und stand schließlich draußen vor der Tür, als bereits der Sicherheitsdienst kam. Ich glaube, auch die Polizei war dabei und ein Schäferhund.

Der Schäferhund lief direkt auf mich zu. Doch anstatt mich anzubellen oder bedrohlich zu reagieren, setzte er sich vor mich und schaute mich einfach an. In diesem Moment hatte ich im Traum ein ganz klares Gefühl: Er wusste, dass ich nichts Böses wollte. Ich erklärte dem Sicherheitsdienst und der Polizei, dass ich lediglich zu früh zur Arbeit gekommen war. Alle glaubten mir und niemand war böse. Sie lachten, redeten ganz normal mit mir und die ganze Aufregung löste sich wieder auf.

Als ich später darüber nachdachte, blieb besonders die Tür bei mir im Gedanken. Sie war nicht verschlossen und ich hatte sogar den passenden Schlüssel. Ich konnte sie öffnen und trotzdem war es noch nicht der richtige Zeitpunkt hindurchzugehen.

Vielleicht kennen wir solche Situationen auch aus unserem Leben. Wir haben eine Idee, einen Wunsch oder einen neuen Weg vor Augen. Eigentlich wäre alles möglich und trotzdem scheint etwas noch nicht richtig in Bewegung zu kommen. Schnell entsteht dann das Gefühl, mehr tun zu müssen. Noch einmal versuchen,  noch schneller vorangehen. Doch vielleicht liegt es manchmal gar nicht daran, dass eine Tür verschlossen ist. Vielleicht dürfen wir einfach noch einen Augenblick davor stehen bleiben.

Der Schäferhund wurde für mich dabei zu einem besonderen Bild. Er bewachte etwas und trotzdem erkannte ich in meinem Traum keine Bedrohung. Für mich steht er deshalb für Schutz, Wachsamkeit und dafür, die eigene Absicht nicht aus den Augen zu verlieren. Ich war zur falschen Zeit durch die Tür gegangen, aber meine Absicht war deshalb nicht falsch. Auch das dürfen wir uns manchmal selbst zugestehen:

 

Nicht jeder Umweg und nicht jeder unpassende Zeitpunkt bedeutet, dass unser ganzer Weg falsch ist.

 

Später in derselben Nacht kam ein zweiter Traum.

Ich sah unglaublich viele Kaninchen. Sie lagen ganz dicht aneinander in einem Käfig, der eigentlich gar kein richtiger Käfig war, denn es gab keine Gitter. Alles war offen, die Tiere hätten hinauslaufen können und trotzdem blieben sie dort liegen. Unter ihnen befand sich nur etwas Stroh. Es gab kein Heu, kein Futter und als ich genauer hinsah, bemerkte ich, dass auch kein Wasser vorhanden war.

Das tat mir so leid, dass ich ihnen Wasser hinstellte. Nicht in ihren offenen Käfig, sondern außerhalb davon.

Plötzlich kam Bewegung in die Tiere. Sie liefen ganz schnell zum Wasser und tranken. Ich konnte richtig spüren, wie glücklich es mich machte, dass ich ihnen helfen konnte. Danach brachte ich ihnen auch Futter.

Erst später wurde mir bewusst, was mich an diesem Bild so berührt: Ich hatte kein einziges Kaninchen herausgeholt. Ich hatte keines getragen und keines dazu gezwungen, seinen Platz zu verlassen. Ich hatte lediglich etwas bereitgestellt, das sie alle brauchten. Den Weg zum Wasser gingen die Tiere selbst.

Vielleicht liegt auch darin eine Botschaft, die wir auf unser eigenes Leben übertragen können. Wir möchten Menschen helfen, die uns wichtig sind. Wir möchten unterstützen, begleiten, etwas weitergeben oder einen Impuls schenken. Doch wir müssen niemanden aus seinem eigenen Leben  tragen, sondern ihm einfach nur etwas bereitstellen. Der andere darf selbst entscheiden, wann und ob er darauf zu läuft.

Wasser steht für mich in diesem Zusammenhang für Leben und Bewegung, aber auch für Gefühle und inneren Fluss. Vielleicht gibt es auch in uns selbst Bereiche, die gar nicht eingesperrt sind, obwohl sie sich so anfühlen. Die Öffnung ist längst vorhanden, was fehlt, ist möglicherweise nur etwas, das uns wieder nährt und neue Kraft schenkt.

Zwischen all diesen Kaninchen entdeckte ich plötzlich etwas Außergewöhnliches. Einige Tiere waren weiß-lila gefleckt, andere weiß-rosa. Farben, die ich bei einem Kaninchen niemals erwarten würde. Ich war vollkommen fasziniert davon.

Weiß verbinde ich mit Klarheit und Neubeginn, Lila mit Spiritualität und Intuition und Rosa mit Herz, Mitgefühl und liebevoller Zuwendung. Für mich wurde dadurch noch ein weiterer Gedanke sichtbar: Was wachsen möchte, muss nicht immer so aussehen, wie wir es bereits kennen. Etwas Neues darf ungewöhnlich sein, es darf andere Farben tragen. Und gerade darin können wir etwas entdecken, das uns begeistert.

Erst als ich beide Träume miteinander verband, erkannte ich für mich ihre gemeinsame Sprache.

Im ersten Traum ging ich selbst durch eine offene Tür, aber zu früh. Im zweiten Traum war ebenfalls alles offen und ich stellte etwas bereit, damit neue Kraft  entstehen kann und jeder entscheidet selbst, wann es der richtige Zeitpunkt ist.

Vielleicht dürfen wir manchmal mehr vertrauen. Nicht jede offene Tür muss sofort betreten werden. Nicht jeder Mensch muss von uns irgendwohin geführt werden. Nicht jede Idee muss sofort umgesetzt und nicht jede Entwicklung beschleunigt werden. Manchmal besteht unser Teil darin, aufmerksam zu sein, etwas Wertvolles bereitzustellen und anschließend Raum zu lassen.

Gibt es gerade auch in deinem Leben eine Tür, deren Schlüssel du bereits in der Hand hältst? Dann frage dich einmal:

 

Muss ich wirklich jetzt hindurchgehen oder darf ich darauf vertrauen, dass ich den richtigen Moment erkennen werde?

 

Oder möchtest du gerade einem anderen Menschen unbedingt helfen? Dann könnte die zweite Frage lauten:

 

Versuche ich gerade, jemanden aus seinem Käfig zu tragen, obwohl ich ihm eigentlich nur das Wasser hinstellen müsste?

 

Denn Fürsorge bedeutet nicht immer, den Weg für einen anderen Menschen zu gehen. Es kann auch bedeuten, etwas anzubieten und trotzdem seine Freiheit zu achten.

 

Ein kleines Ritual für dich

Wenn du möchtest, nimm dir heute ein Glas Wasser und stelle es für einen Augenblick bewusst vor dich. Denke dabei an etwas in deinem Leben, das du gerade sehr vorantreiben möchtest. Ist es ein Wunsch, eine Idee, eine Entscheidung oder auch ein Mensch, dem du gerne helfen würdest? Halte das Glas anschließend in beiden Händen und frage dich:

 

Was darf ich tun und was darf ich vertrauensvoll loslassen?

 

Du musst darauf nicht sofort eine Antwort finden. Trink anschließend das Glas Wasser langsam aus und stelle dir vor, dass du damit neue Kraft aufnimmst und gleichzeitig den Druck abgibst, alles selbst bewegen zu müssen.

Erinnere dich dabei an die Kaninchen aus meinem Traum:

 

Das Wasser darf bereitstehen, aber der Weg dorthin, muss nicht erzwungen werden.

 

Affirmation

Ich vertraue dem richtigen Zeitpunkt.

Ich öffne Türen, wenn es sich stimmig anfühlt und lasse anderen ihren eigenen Weg.

Ich darf geben, ohne zu tragen und vertrauen, ohne alles kontrollieren zu müssen.

Was wachsen möchte, darf in seinem eigenen Rhythmus zu mir finden.

So soll es sein - so soll es sein - so soll es sein

Ich empfange hier und jetzt - ich empfange hier und jetzt - Ich empfange hier und jetzt 

Danke - Danke - Danke

 


Was sich hinter dem Herbstlaub verbarg

 

Manchmal bleibt nach einem Traum am Morgen nicht nur eine Erinnerung zurück. Da ist dieses besondere Gefühl, dass darin mehr steckt. Ein Bild taucht immer wieder vor dem inneren Auge auf, ein Tier bleibt im Gedächtnis oder eine kleine Szene beschäftigt uns noch Stunden später. Genau so ging es mir mit einem Traum, in dem ich gemeinsam mit meinen beiden Töchtern wegfahren wollte.

Wir wollten mit dem Auto meiner Tochter Caroline los. Ich hatte jedoch noch etwas im Haus vergessen und ging noch einmal hinein. Michelle saß bereits im Auto und Caroline fuhr langsam aus der Einfahrt auf die Straße. Für einen Moment hatte sie einfach vergessen, dass ich ebenfalls mitfahren wollte. Michelle erinnerte sie daran. Als Caroline mich schließlich kommen sah, wollte sie mich ein wenig ärgern und fuhr ganz langsam weiter. Ich joggte neben dem Auto her und wir mussten alle darüber lachen.

Während ich neben dem Auto herlief, bemerkte ich plötzlich etwas neben mir. Ich konnte zunächst überhaupt nicht erkennen was es war. Es sah aus wie ein kleiner Haufen Herbstblätter, der vom Wind erfasst worden war und gemeinsam mit mir weiterzog. Dieses Bild hatte etwas Besonderes. Während ich versuchte, das Auto einzuholen, bewegte sich etwas Unbekanntes an meiner Seite. Erst nach und nach erkannte ich, dass es gar keine Herbstblätter waren. Es war ein kleiner Fuchs.

Als Caroline anhielt und ich schließlich ins Auto einstieg, kam dieser kleine Fuchs sogar zu mir. Für einen kurzen Augenblick saß er auf meinem Schoß und schaute mich an. Dann sprang er wieder davon und setzte sich auf die Straße mit etwas zu fressen im Maul.

Gerade solche kleinen Einzelheiten finde ich bei Träumen besonders spannend. Denn manchmal steckt die persönliche Bedeutung nicht in dem größten oder auffälligsten Bild, sondern in einer scheinbaren Nebensächlichkeit. Warum waren es ausgerechnet Herbstblätter? Warum lief der Fuchs neben mir her? Warum kam er so nah zu mir? Und warum zeigte er sich anschließend mit Futter?

Spirituell kann ein Auto für unseren Lebensweg, Bewegung und Entwicklung stehen. In meinem Traum saß ich zunächst nicht darin, sondern lief ein Stück hinterher. Meine Tochter saß am Steuer. Für mich kann sich darin auch die Veränderung widerspiegeln, die entsteht, wenn Kinder älter werden und ihren eigenen Weg immer selbstständiger gehen. Unsere Rolle als Mutter verändert sich, doch in meinem Traum wurde ich nicht zurückgelassen. Wir lachten miteinander, das Auto hielt an und ich stieg dazu. Die Verbindung blieb bestehen, obwohl sich die Rollen und die Bewegung verändert hatten.

Noch stärker berührte mich das Herbstlaub. Der Herbst steht für Veränderung, Reife und Loslassen. Blätter verändern ihre Farbe, lösen sich vom Baum und machen Platz für einen neuen Kreislauf. Auch in unserem Leben gibt es Zeiten, in denen etwas seine bisherige Form verliert. Manches darf gehen, anderes verändert sich und einiges können wir noch gar nicht richtig einordnen. Und genau dort erschien der Fuchs.

Was ich zunächst für etwas Vergängliches gehalten hatte, entpuppte sich plötzlich als etwas Lebendiges. Der Fuchs wird spirituell häufig mit Intuition, Aufmerksamkeit, Klugheit und der Fähigkeit verbunden, den eigenen Weg zu finden. Doch für eine persönliche Traumdeutung reicht es für mich nicht aus, einfach nur nachzuschauen: „Was bedeutet ein Fuchs?“ Entscheidend ist auch, wie er sich im Traum zeigt, was davor geschieht, welche Gefühle dabei entstehen und was gerade im eigenen Leben eine Rolle spielt.

Mein Fuchs lief neben mir her, ich musste ihn nicht suchen und nicht rufen. Er war bereits da, obwohl ich ihn zunächst nicht erkennen konnte. Für mich steckt darin eine wunderschöne Botschaft:

 

Während wir manchmal glauben, wir müssten etwas erreichen, einholen oder unbedingt eine Antwort finden, kann längst etwas an unserer Seite sein, das wir erst erkennen, wenn wir genauer hinschauen.

 

Besonders berührt mich deshalb der Moment, in dem der kleine Fuchs auf meinem Schoß sitzt und mich anschaut. Nur für einen kurzen Augenblick entsteht diese Nähe, danach springt er wieder davon. Vielleicht müssen wir auch im Leben nicht jedes Zeichen festhalten oder sofort vollständig verstehen. Wir dürfen einen besonderen Augenblick auch einfach wahrnehmen und beobachten, was er in uns auslöst.

Am Ende hatte der Fuchs etwas zu fressen gefunden. Auch dieses kleine Detail gehört für mich zur Geschichte des Traumes. Er hatte das gefunden, was er brauchte und für mich verbindet sich damit Vertrauen. Ich muss nicht heute schon jede Antwort kennen. Ich darf aufmerksam bleiben, meinem Gefühl Raum geben und darauf vertrauen, dass sich manches erst auf dem weiteren Weg zeigt.

Genau deshalb faszinieren mich Träume so sehr. Zwei Menschen können von demselben Tier träumen und trotzdem kann ihr Traum etwas völlig Unterschiedliches erzählen. Ein Fuchs kann für den einen Menschen Wachsamkeit bedeuten, für einen anderen Klugheit, für einen dritten eine Erinnerung an einen bestimmten Menschen oder ein Erlebnis aus der Vergangenheit. Erst wenn wir den ganzen Traum betrachten und auch den Menschen dahinter mit einbeziehen, beginnt sich daraus eine persönliche Geschichte zu formen.

Wenn du selbst einen Traum hast, der dich nicht mehr loslässt, schreibe ihn möglichst bald nach dem Aufwachen auf. Achte dabei auch auf die kleinen Dinge: Farben, Tiere, Zahlen, Orte, Menschen, Bewegungen und besonders auf dein Gefühl. Frage dich anschließend nicht nur:

 

„Was bedeutet dieses Symbol?“, sondern auch: „Warum könnte gerade mir dieses Bild jetzt begegnen?“

 

Vielleicht gibt es in deinem Traum ebenfalls ein Detail, das zunächst vollkommen nebensächlich erscheint und am Ende zum Schlüssel für die ganze Botschaft wird.

Wenn du merkst, dass du deinen Traum allein nicht richtig greifen kannst oder wissen möchtest, welche Verbindung zwischen den einzelnen Bildern bestehen könnte, darfst du ihn mir gerne anvertrauen. Ich schaue nicht nur auf einzelne Traumsymbole, sondern auf deinen Traum als Ganzes. Auf seine Bilder, Veränderungen, Gefühle und die kleinen Besonderheiten, die ihn zu deinem Traum machen. Schreib mir gerne.

Denn manchmal brauchen wir jemanden, der mit uns noch einmal hinschaut, damit aus vielen einzelnen Traumbildern plötzlich eine Botschaft entsteht.

 

Mein Gedanke aus diesem Traum:

 

Während Altes seine Form verändert, kann längst etwas Neues an meiner Seite sein. Ich muss nicht allem hinterherlaufen. Ich darf aufmerksam bleiben, vertrauen und erkennen, was sich mir auf meinem Weg zeigt.