Wenn die Sonne sich verbirgt – und wir trotzdem unseren Weg weitergehen

Veröffentlicht am 11. August 2026 um 18:11

Gedanken, Kartenimpulse und eine besondere Engelsherz-Übung zur Sonnenfinsternis am 12. August 2026

Manchmal folgen besondere Momente so dicht aufeinander, dass ich mich frage, was ich persönlich daraus mitnehmen kann. Erst vor wenigen Tagen, am 8. August, erreichte das Löwentor seinen Höhepunkt. In meinem Beitrag dazu ging es um Vertrauen, Mut, Herzenswünsche und um diesen ersten Schritt, den wir manchmal gehen müssen, obwohl wir noch gar nicht wissen, wohin er uns führen wird. Mein letzter Gedanke dort war: „Hab den Mut, den ersten Schritt zu gehen, alles andere darf unterwegs wachsen.“ Nun folgt am 12. August 2026 die Sonnenfinsternis. Als ich heute meine Karten dazu gezogen habe, hatte ich das Gefühl, dass dieser Gedanke noch gar nicht zu Ende erzählt ist.

Das Löwentor beginnt Ende Juli und reicht bis fast Mitte August. In meinem Beitrag Löwentor 2026 habe ich ausführlicher darüber geschrieben, was dieser Zeitraum für mich bedeutet und welche persönlichen Gedanken, Karten und Erlebnisse mich dabei begleitet haben. Mir ist auch diesmal wichtig, die Dinge nicht miteinander zu vermischen: Das Löwentor gehört für mich in den spirituellen Bereich, während eine Sonnenfinsternis ein astronomisches Ereignis ist, das tatsächlich am Himmel stattfindet. Trotzdem dürfen sich diese beiden Ebenen für mich begegnen. Solche besonderen Momente bringen mich dazu, genauer auf mein Leben und meinen Weg zu schauen und auf das, was gerade in mir wachsen möchte.

 

Wenn etwas da ist, obwohl wir es gerade nicht sehen

Am Abend des 12. August können wir die partielle Sonnenfinsternis auch hier in Deutschland beobachten. Die genauen Zeiten unterscheiden sich je nach Wohnort etwas. In meiner Region rund um Kassel beginnt sie ungefähr um 19:17 Uhr, ihren Höhepunkt erreicht sie gegen 20:11 Uhr. Da die Sonne zu dieser Zeit schon recht tief steht, braucht es einen möglichst freien Blick zum westlichen Horizont.

An einer Sonnenfinsternis berührt mich vor allem ein ganz einfacher Gedanke: Die Sonne verschwindet nicht, sie wird nur für einen Moment verdeckt. Wir wissen, dass sie noch da ist, obwohl wir sie nicht mehr vollständig sehen können. Genau solche Zeiten kennen wir doch auch aus unserem Leben. Wir beginnen etwas mit ganzem Herzen und irgendwann kommen Zweifel. Ein Wunsch braucht länger als gedacht, eine Idee entwickelt sich anders oder wir stehen mitten in einer Veränderung und können noch nicht erkennen, was daraus entstehen wird. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass wir falsch abgebogen sind oder dass das, woran wir geglaubt haben, plötzlich keinen Wert mehr besitzt.

Gerade dabei musste ich wieder an meinen Löwentor-Beitrag denken. Dort hatte mich die Rune Fehu an einen kleinen Samen erinnert. Ein Samen trägt bereits vieles von dem in sich, was später einmal aus ihm werden kann. Wir geben ihm Erde, Wasser, Licht und Zeit, aber wir können ihn nicht jeden Morgen wieder ausgraben, nur um nachzusehen, ob sich endlich etwas getan hat. Damit würden wir womöglich genau das stören, was gerade im Verborgenen entsteht. Zwischen dem Einpflanzen und dem ersten sichtbaren Grün liegt eine Zeit, in der etwas geschieht, obwohl unsere Augen davon noch nichts sehen.

Genau darin liegt für mich eine schöne Verbindung zwischen dem Löwentor und der Sonnenfinsternis. Beim Löwentor ging es um den Mut, den ersten Schritt zu machen und etwas wachsen zu lassen. Die Sonnenfinsternis erinnert mich nun daran, diesem begonnenen Weg nicht gleich wieder zu misstrauen, nur weil ich sein Ziel noch nicht erkennen kann. Wachstum braucht nicht nur Mut. Es braucht Geduld, Vertrauen und manchmal auch die Bereitschaft, nicht ständig nach einem sichtbaren Beweis zu suchen.

 

Engelfigur mit meinen gezogenen Karten Abschluss, Wunder und innere Kraft als persönliche Kartenimpulse zur Sonnenfinsternis am 12. August 2026

 

Drei Karten – und für mich eine gemeinsame Geschichte

Wie schon beim Löwentor habe ich meine Karten auch diesmal nicht gezogen, um vorherzusagen, was während oder nach der Sonnenfinsternis geschehen wird. Ich wollte wissen, welchen Gedanken wir aus diesem besonderen Tag für unser eigenes Leben mitnehmen können. Vor mir lagen „Der Abschluss – gelernte Lektion“, die Karte „Wunder“ und die Botschaft „Du bist stärker als du denkst, glaube an deine innere Kraft.“ Als ich die drei Karten gemeinsam vor meinem Engel stehen sah, wollte ich sie nicht einfach einzeln abarbeiten. Für mich erzählen sie zusammen eine Geschichte.

 

Der Abschluss – nicht alles Vergangene muss weg

Die Karte „Der Abschluss – gelernte Lektion“ hat mich zuerst zurückblicken lassen. Dabei geht es für mich nicht darum, zu einer Sonnenfinsternis unbedingt etwas loslassen zu müssen. Nicht alles Vergangene war schlecht und nicht alles Alte muss aus unserem Leben verschwinden. Manche Erfahrungen haben uns getragen, andere haben uns herausgefordert und wieder andere haben uns etwas über uns selbst beigebracht. Irgendwann können wir an einen Punkt kommen, an dem wir erkennen, diese Erfahrung gehört zu meiner Geschichte, aber sie bestimmt nicht mehr, wie ich heute weitergehen muss.

Das gefällt mir viel besser als der Gedanke, Vergangenes einfach wegzuschieben. Wir dürfen behalten, was wir daraus gelernt haben. Wir dürfen dankbar für etwas sein und trotzdem weitergehen. Ein Abschluss kann deshalb auch etwas Friedliches haben und nicht, das muss endlich weg. Besser ist es unser Gedanke richtet sich darauf, das gehörte zu meinem Weg, ich nehme die Erfahrung mit und gehe von hier aus weiter.

 

Wunder müssen nicht immer riesengroß sein

Als Nächstes lag dort die Karte „Wunder“. Das Wort klingt zunächst sehr groß. Für mich müssen Wunder aber nicht immer etwas Spektakuläres sein, bei dem sich von einem Moment auf den anderen das ganze Leben verändert. Manchmal begegnen sie uns viel unscheinbarer, in einem Gespräch, das etwas in uns auslöst, in einem Menschen, der genau zur richtigen Zeit auftaucht, in einer Nachricht, einer neuen Möglichkeit oder in einer Idee, mit der wir morgens noch überhaupt nicht gerechnet haben.

Gerade wenn wir uns etwas sehr wünschen, haben wir oft gleichzeitig eine genaue Vorstellung davon, wie es passieren soll. Wir denken darüber nach, wann es endlich geschieht, auf welchem Weg es kommen müsste und wie das Ergebnis aussehen sollte. Dabei können wir leicht übersehen, dass das Leben manchmal einen anderen Weg nimmt. Für mich erinnert die Wunder-Karte deshalb nicht daran, einfach da zu sitzen und auf ein Wunder zu warten. Sie erinnert mich daran, nicht jede Möglichkeit schon vorher festzulegen und dem Leben noch ein bisschen Platz zu lassen.

Dazu gehört für mich auch Zuversicht. Nicht die Vorstellung, dass immer alles gut gehen muss oder wir nur positiv denken dürfen. Wir dürfen zweifeln, enttäuscht sein und manchmal keine Ahnung haben, wie es weitergeht. Zuversicht bedeutet für mich eher, ich weiß heute noch nicht, was daraus wird, aber ich muss es heute auch noch nicht wissen. Genau das passt für mich wieder zu der Sonne, die für einen Moment verdeckt wird und trotzdem nicht verschwunden ist.

 

Du bist stärker, als du denkst

Die dritte Karte hat diese Gedanken für mich zusammengeführt: „Du bist stärker als du denkst, glaube an deine innere Kraft.“ Unsere eigene Stärke erkennen wir häufig erst dann, wenn wir zurückblicken. Es gab sicherlich bei jedem von uns Situationen, bei denen wir vorher gedacht haben: Wie soll ich das schaffen? Und trotzdem sind wir hindurchgegangen. Wir haben Entscheidungen getroffen, Abschiede erlebt, etwas Neues begonnen, Fehler gemacht, wieder aufgestanden und irgendwann unseren Weg weiter gegangen.

Darum möchte ich diese Karte gar nicht als gewöhnliche Affirmation verstehen. Wir müssen uns nicht hundertmal erzählen, dass wir stark sind. Wir können in unsere eigene Lebensgeschichte schauen und dort nach den Beweisen suchen. Was hast du bereits geschafft, obwohl du damals nicht wusstest, wie du es schaffen sollst? Manchmal vergessen wir diese Momente, weil wir schon wieder auf das schauen, was als Nächstes vor uns liegt.

Und genau hier schließen sich meine drei Karten für mich zusammen: Schau zurück und erkenne, was du gelernt hast. Lass noch Platz für etwas, das du heute nicht vorhersehen kannst. Und vergiss dabei nicht die Kraft, die du auf deinem bisherigen Weg längst bewiesen hast.

 

Wo kann ich die Sonnenfinsternis rund um Kassel beobachten?

Wer aus Kassel oder der Umgebung kommt und die Sonnenfinsternis selbst erleben möchte, sollte sich einen Ort mit einem möglichst freien Blick Richtung Westen suchen. Da die Sonne zu dieser Zeit schon tief steht, können Häuser, Bäume oder Hügel die Sicht schnell verdecken. Offene Bereiche rund um die Dönche können dafür interessant sein, aber auch rund um den Hohen Dörnberg gibt es erhöhte und offene Landschaften.

Ich persönlich würde gar nicht unbedingt nach dem bekanntesten Aussichtspunkt suchen. Viel schöner finde ich, einen Platz, an dem ein bisschen Natur um mich herum ist und der Himmel tatsächlich im Mittelpunkt steht. Eine Decke, etwas zu trinken, eine Sonnenfinsternisbrille und ein wenig Zeit reichen vollkommen aus. Wer möchte, kann auch die Übung aus diesem Beitrag mitnehmen und sie dort beginnen oder später zu Hause machen. Dann bleibt von diesem Abend nicht nur die Erinnerung an das, was am Himmel geschehen ist, sondern auch etwas ganz Persönliches.

Bitte denkt unbedingt daran: Schaut niemals ohne geeignete Sonnenfinsternisbrille direkt in die Sonne. Eine normale Sonnenbrille reicht dafür nicht aus, auch während der partiellen Sonnenfinsternis kann der direkte Blick in die Sonne die Augen schädigen.

 

Meine Engelsherz-Übung zur Sonnenfinsternis

Für diesen Abend wollte ich ganz bewusst keine Übung machen, bei der wir wieder Dinge auf einen Zettel schreiben, die wir loslassen möchten, und ihn anschließend verbrennen. Daran ist nichts falsch, aber für diesen Beitrag wollte ich etwas anderes. Etwas, das zur Sonnenfinsternis, zu meinen drei Karten und gleichzeitig zu dem Samen aus meinem Löwentor-Beitrag passt. So ist meine Übung entstanden.

Nimm ein Blatt Papier und zeichne darauf einen Weg. Du musst dafür überhaupt nicht zeichnen können und dein Weg soll auch nicht perfekt aussehen. Lass deine Hand einfach machen, mach dabei auch gerne deine Augen zu. Er darf Kurven haben, schmaler werden, sich wieder öffnen oder zwischendurch seine Richtung verändern, so wie eben auch unser Leben nicht immer geradeaus verläuft. An den Anfang deines Weges schreibst du die Worte: "Hier stehe ich heute.“

Setze nun drei kleine Zeichen auf deinen Weg. Das erste steht für etwas, das hinter dir liegt und aus dem du etwas Wichtiges gelernt hast. Beim zweiten denkst du an etwas, das heute zu deinem Leben gehört und dir Halt oder Kraft gibt. Das dritte steht für etwas, das gerade entstehen oder wachsen darf. Einen Wunsch, eine Idee, ein Herzensprojekt, eine Veränderung oder etwas ganz anderes, das dir wichtig ist. Schreibe nicht dazu, wie es ausgehen muss, gib ihm einfach nur einen Platz auf deinem Weg.

Dann suchst du dir einen kleinen Stein. Besonders schön finde ich einen, den du draußen selbst findest und der dich aus irgendeinem Grund anspricht, oder deinen/einen Heilstein. Lege diesen Stein ein Stück weiter oben auf das Blatt, genau an das Ende deines bisher gezeichneten Weges.

 

Und jetzt kommt für mich der wichtigste Teil:

Hinter dem Stein zeichnest du nichts. Der freie Platz ist kein vergessenes Stück, er gehört ganz bewusst dazu. Dort liegen all die Begegnungen, Entscheidungen, Möglichkeiten, Umwege und Überraschungen, von denen du heute noch überhaupt nichts wissen kannst. Schau anschließend nicht nur auf die freie Fläche. Schau vor allem auf den Weg vor deinem Stein, auch diesen Teil deines Lebens hast du einmal nicht gekannt. Menschen, Orte, Erfahrungen und Dinge, die heute selbstverständlich zu dir gehören, waren irgendwann ebenfalls noch unsichtbar für dich.

Drehe danach das Blatt um und schreibe auf die Rückseite:

Ich muss heute nicht wissen, was hinter meinem Stein liegt. Ich nehme meine Erfahrungen mit, vertraue meiner Kraft und gehe weiter, wenn der nächste Schritt für mich erkennbar wird.

Lege den Stein anschließend wieder an das Ende deines Weges und bewahre beides auf. Anders als bei meiner Acht-Tage-Idee zum Löwentor gibt es diesmal bewusst kein Datum, an dem du dieses Blatt wieder hervorholen musst, es soll kein Termin daraus werden. Irgendwann wirst du merken, dass etwas, das damals noch hinter deinem Stein lag, inzwischen zu deinem Leben gehört.

Dann holst du dein Blatt wieder hervor, nimmst den Stein weg und zeichnest deinen Weg ein Stück weiter. Schreibe dazu, was inzwischen entstanden oder sichtbar geworden ist. Danach wandert der Stein wieder an das neue Ende deines Weges. Dort bleibt wieder ein Stück Papier frei.

So kann dieses Blatt Monate oder sogar Jahre mit dir wachsen. Und eines Tages wirst du darauf vielleicht nicht nur einen gezeichneten Weg sehen, sondern viele kleine Beweise dafür, dass dein Leben immer wieder weiterging, obwohl du vorher nicht wissen konntest, was hinter der nächsten Kurve auf dich wartet. Und so etwas macht nicht nur Glücklich, sondern auch Stolz. Stolz darauf, was man erreichen kann, auch wenn der Weg noch unklar ist.

 

Genau das macht diese Übung für mich besonders:

Sie ist nicht nach der Sonnenfinsternis beendet. Dein Leben schreibt sie weiter, wenn das Licht wieder vollständig sichtbar ist.

 

Wenn ich heute meinen Löwentor-Beitrag und die Karten zur Sonnenfinsternis nebeneinander betrachte, fühlt es sich für mich tatsächlich wie eine kleine Fortsetzung an. Beim Löwentor stand der Samen für das, was in uns wachsen möchte. Es ging um Mut, Vertrauen und darum, überhaupt erst los zu gehen. Die Sonnenfinsternis bringt für mich einen weiteren Gedanken dazu. Was machen wir, wenn wir losgegangen sind und irgendwann trotzdem nicht mehr sehen können, was vor uns liegt?

Wir müssen deshalb nicht gleich umdrehen. Wir müssen unseren Samen auch nicht ständig wieder ausgraben, um zu kontrollieren, ob er wirklich wächst. Manches braucht einfach seine Zeit. Anderes entwickelt sich anders, als wir es geplant haben, und manches erkennen wir erst viel später als einen wichtigen Teil unseres Weges. Genau deshalb passen meine drei Karten für mich so gut zu diesem Tag: Sie erzählen von dem, was wir aus Vergangenem gelernt haben, von Möglichkeiten, die wir noch nicht kennen, und von einer Kraft, die längst in uns vorhanden ist.

Ich möchte euch auch diesmal nicht sagen, was ihr während der Sonnenfinsternis fühlen oder darin sehen sollt. Schaut selbst, was dieser Abend mit euch macht. Nehmt euch aus meinen Gedanken das mit, was sich für euch richtig anfühlt, und lasst den Rest einfach hier. Spiritualität bedeutet für mich nicht nur, hinter allem unbedingt ein Zeichen finden zu müssen. Sie darf uns auch dabei begleiten, unser Leben bewusster wahrzunehmen und unsere eigenen Antworten darin zu entdecken.

 

Mein Löwentor-Beitrag endete mit den Worten:

„Hab den Mut, den ersten Schritt zu gehen, alles andere darf unterwegs wachsen.“

 

Für die Sonnenfinsternis möchte ich diesen Gedanken ein Stück weitertragen:

Und wenn du deinen Weg einmal nicht sehen kannst, erinnere dich daran: Er endet nicht dort, wo dein Blick aufhört.

 

 Ich wünsche euch einen besonderen Sonnenfinsternis-Abend. Nehmt euch einen Moment für euch, schaut in den Himmel und vertraut darauf, dass nicht alles heute schon sichtbar sein muss, um längst auf dem Weg zu sein. 

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